Der Pygmalion-Effekt (Rosendahl-Effekt)
Manchmal entscheidet nicht Talent über Entwicklung, sondern das, was wir einem Menschen zutrauen.
Der Pygmalion-Effekt beschreibt etwas sehr Alltägliches und zugleich sehr Kraftvolles:
Menschen wachsen oft in die Erwartungen hinein, die wir an sie stellen.
Nicht, weil sie müssen, sondern weil sie spüren, wie wir sie sehen.
Wenn ich einem Menschen zutraue, Verantwortung zu übernehmen,
verhalte ich mich unbewusst anders.
Ich höre anders zu.
Ich erkläre anders.
Ich bleibe geduldiger.
Ich lasse mehr Raum.
... Und genau dieser Raum verändert etwas.
Genauso funktioniert es auch umgekehrt.
Wenn ich innerlich denke:
„Der schafft das sowieso nicht“,
werde ich enger, kontrollierender, schneller kritisch und auch das bleibt nicht ohne Wirkung.
Gerade in Teams, besonders in kulturell vielfältigen, sind Erwartungen oft leise, aber sehr wirksam.
Sie entscheiden darüber, ob Menschen sich gesehen fühlen oder bewertet, ob sie sich entwickeln oder zurückziehen.
Vielleicht ist Führung deshalb weniger die Frage nach Methoden, sondern mehr die Frage nach Haltung.
Wie sehe ich die Menschen, mit denen ich arbeite?
Als Risiko, oder als Potenzial?
Führung beginnt im Kopf, und wirkt im Verhalten.
Achte beim nächsten Mal bewusst auf deine Erwartungen an andere, sie wirken stärker, als du denkst.
