Vierstufiger Abwehrmechanismus toxischer Führung
Toxische, unsichere Führung folgt oft einem klaren widerholenden Muster.
Wenn Mitarbeitende Kritik an die Führungskraft äußern, reagieren die meisten toxischen Führungskräfte nicht mit Reflexion, sondern mit einem vierstufigen Abwehrmechanismus:
Relativieren
„Das stimmt so nicht.“
Die Wahrnehmung der Mitarbeitenden wird infrage gestellt.
Rechtfertigen
„Ich musste so handeln, weil…“
Das eigene Verhalten wird verteidigt, statt hinterfragt.
Opferrolle
„Ich mache hier sowieso alles alleine.“
Die Diskussion verschiebt sich von Verantwortung zu persönlichem Leid.
Entschuldigung
„Okay, tut mir leid.“
Der Konflikt wird kurzfristig beruhigt, aber ohne echte Veränderung.
Das Ergebnis im Team ist vorhersehbar:
Der Kreislauf sieht dann so aus:
1. Verhalten passiert
2. Kritik kommt
3. Abstreiten
4. Rechtfertigen
5. Opferrolle
6. Entschuldigung
7. Kurze Ruhe
8. Verhalten wiederholt sich
9.
Für Teams ist dieses Muster extrem frustrierend, weil sie dadurch lernen:
„Es ändert sich sowieso nichts.“
Die Konsequenz ist:
Mitarbeitende ziehen sich zurück
Eigeninitiative verschwindet
Kritik wird nicht mehr geäußert
Lagerbildung
Machtkämpfe im Team
Respekt geht langfristig verloren
Zurück bleibt ein Team, das nur noch funktioniert, weil es funktionieren muss, nicht, weil es will.
Unsichere Führung versucht, Kontrolle zu sichern.
Starke Führung schafft Vertrauen.
Aber wie entsteht eigentlich dieses Muster, und was können wir gezielt dagegen machen?
Dem widmen wir uns im nächsten Teil.
